Mainpost, 15.05.2009
5. Sinfoniekonzert in der Musikhochschule
Philharmonische Höchstleistungen
Es ist ein Jammer, dass Stefan Geiger kein Kandidat für den bald neu zu besetzenden Posten des Würzburger Generalmusikdirektors ist. Denn wie der 41-Jährige am Donnerstag Beethovens fünfte Symphonie dirigierte, war schlichtweg grandios. So konnte der gebürtige Heidenheimer lediglich als Gastdirigent den frenetischen Beifall des Publikums im Großen Saal der Würzburger Musikhochschule ernten.
Der Dirigent, der in der Domstadt bereits vor drei Jahren eine Kostprobe seines Könnens gegeben hatte feuerte das Philharmonische Orchester Würzburg zu wahren Höchstleistungen an. Wie selbstverständlich legten die Philharmoniker beim Beethoven den nicht gerade einfachen Übergang vom Scherzo zum Finale hin. Mitreißend gelang auch die Temposteigerung zum Presto am Ende der Symphonie.
Erfrischend wie Quellwasser
Überdurchschnittlich gut waren Holz und Blech. Und zwar nicht nur beim Beethoven, sondern auch bei Mozarts berühmter Sinfonia concertante für Geige, Bratsche und Orchester.
Eine Freude war es zu sehen und zu hören, wie der Dirigent, der das Orchester der Bremer Hochschule für Künste leitet, für eine hervorragende Kommunikation zwischen den Solisten und dem Orchester sorgte. Solo-Bratscher Ulrich Knörzer begeisterte in allen drei Sätzen mit liebevoll gestalteten Details und kräftigem Strich, während Solo-Geiger Rainer Sonne vor allem im Kopfsatz überzeugen konnte. Im Schlusssatz gab's bei Sonne zwar eine unüberhörbare intonatorische Unsicherheit, die aber tat dem Konzertgenuss insgesamt keinerlei Abbruch.
Ein munter aufspielendes Kammerensemble des Würzburger Philharmonischen Orchesters gab unter Stefan Geiger eine unterhaltsame Aufführung von Strawinskys lustigem Concerto in Es, das den Beinamen „Dumbarton Oaks“ trägt. Die herrlich dissonante Musik war erfrischend wie Quellwasser.